Mittwoch, 27. Oktober 2010

ich lebe noch

Nur das Thema Abnehmen war einfach nicht meins.
Jetzt aber wieder ...

aber hier:
Reisdiät

Montag, 26. April 2010

150kg-leichter.de

Hier mal ein Hinweis an andere Diätblogger:
unter der oben genannten URL ist Rio nicht mehr zu finden.

Leider weiß ich nicht, was aus ihm geworden ist.
Wenn jemand Infos hat: her damit, denn irgendwie sind wir Diät-Blogger ja doch eine dicke Gemeinschaft.

Und wenn jemand noch Links zu dem Blog hat, besser mal schauen, ob man die neue Seite verlinken möchte.
Schöne Farben, aber nicht Rio!

93,2 kg - Einsamkeit ...

Da bei mir nichts weiter vorgefallen ist, gehe ich auf Eure Kommentare ein.
Den kleinen Spacko, der belangloses BlaBla hinterlassen hat um sein eigenes Weblog bekannt zu machen, habe ich gelöscht, weil ich keinen Spaß an seinem Kommentar hatte.

Und genau so sieht das mit meiner "Einsamkeit" aus.
Es geht mir nicht darum, niemanden zu sehen, sondern meine Zeit konstruktiv zu verbringen.
Darauf achte ich derzeit sehr.
Zeit, die ich mit Bekannten verbringe, geht mir von der Zeit ab, in der ich arbeiten und Geld verdienen kann.
Von der Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringen kann.
Von der Zeit, in der ich meinen Haushalt und Garten bewältigen kann.
Und zuletzt von der Zeit, die ich mir für Sport, gute Büchern oder einfaches Ausspannen bleibt.
Mir ist so, als würden viele ihr Leben randvoll mit Terminen füllen um gar keine Zeit zu haben, jemals abzuklopfen, ob das überhaupt das Leben ist, das sie führen wollen.
Vor lauter Terminen kommt man gar nicht zur aktiven Gestaltung.

Meine "Einsamkeit" verschafft mir aber genau diesen Raum und ich finde es ausgesprochen befriedigend, nicht von Termin zu Termin zu jagen, sondern besonnen zu wählen, wonach mir ist.

Fällt Euch etwas auf?
Man kann diese Besonnenheit 1:1 auf den Kühlschrank umsetzen.
Statt schnell zu schlingen, wähle ich nicht nur meine Freizeitgestaltung nun mit mehr Ruhe aus, sondern auch meine Lebensmittel.
Ich nehme mir Zeit, mir bewusst zu machen, was ich schon gegessen habe und überlege, was ich noch essen möchte, statt schnell herunterzuschlingen, was verfügbar ist.

Und natürlich macht "schlank" nicht automatisch glücklich, aber genau wie beim Geld bin ich davon überzeugt, dass "schlank" es dem Glück einfacher macht, weil sowohl Geldknappheit, als auch Übergewicht ganz scheußliche Sorgen machen können.

Weshalb sollte mir der Humor abhanden kommen, wenn ich abnehme?
Immerhin ist er mir auch bei der 100 kg-Schwelle nicht abhanden gekommen ...

Freitag, 23. April 2010

93,6 kg - es wird einfacher

Verglichen mit anderen nehme ich im Schneckentempo ab, bin aber dennoch recht zufrieden mit mir.
Wenn ich unvermutet vor einen Spiegel gerate oder Fotos von mir gemacht werden, kann ich weiterhin kaum fassen, wie rund und voluminös ich bin, wie grob mein Gesicht derzeit geschnitten ist, wieviele Kinne darunter hängen und wie übel sich mein Körper in der Kleidung verklumpt - aber:

dann atme ich tief ein und sage mir, dass das jetzt schon fast 7 Kilo weniger sind als es Weihnachten waren und auch Weihnachten war ich eine durchaus "coole Sau".
In den letzten Monaten habe ich nicht nur begriffen, dass ich mit Essen Stress, Sorgen, Schlafmangel und Kummer kompensiere, sondern freue mich auch über diese Fähigkeit.
Wenn es in meinem Leben dicke kommt, dann klappe ich nicht zusammen, sondern meister' die Situationen auf eine Art, die mich wirklich stolz macht - ich nehme dabei nur heftig zu.
Da gibt es durchaus Schlimmeres.
In den letzten Monaten habe ich mein Leben gründlich entrümpelt und dem Umstand Rechnung getragen, dass ich eine alleinerziehende voll berufstätige Mutter bin.
Wurde ich früher zu einer zB Tupperparty eingeladen, bin ich nicht nur brav hingegangen, sondern habe immer auch gefragt, ob ich etwas mitbringen soll und am besten vor und nach der Party noch beim Aufräumen geholfen. Ich habe dann ernsthaft nachts noch einen Kuchen gebacken, mich mit meiner Arbeit beeilt und war frühzeitig dort um beim Dekorieren zu helfen und war zum Dank dann die Dickste, abgehetzt und auch noch mit dem Gefühl, etwas kaufen zu müssen, weil man das so tut.
Ich mochte die Illusion, dass mich die anderen insgeheim für meine unerschöpfliche Energie, Fröhlichkeit und Hilfsbereitschaft schätzten auch wenn ich optisch nicht der Bringer war.

Heute sage ich solche Partys weiterhin nicht ab.
Nö, ich habe den kompletten Bekanntenkreis aus meinem Leben geschubst, der solche Partys überhaupt im Repertoire hat.
Mir wurde prophezeit, dass ich irgendwann total vereinsamen werde.
Eine hässliche Zukunftsprognose einerseits.
Aber wenn ich meine einsamen Spaziergänge (ich möchte es immer noch nicht walken nennen) mache, fühle ich mich soviel besser als in der Gesellschaft irgendwelcher Menschen.

Das kann irgendwann wieder anders sein.
Aber derzeit bin ich absolut damit ausgelastet, mich um meine Kinder, meinen Job, mich selbst und den Haushalt zu kümmern.
Ich kann mir vorstellen, dass es mir in 10 oder 20 kg Spaß machen könnte, mich mit meinem "schlanken Körper" vor den anderen blicken zu lassen.
Dann werde ich das tun.
Die 7 kg, die bisher weg sind, sehe ich übrigens selbst noch nicht.
Ich merke gelegentlich, dass Hosen rutschen, die dies vorher nicht taten.
Leider fehlt aber die Phase, in der Hosen einfach mal gut sitzen.
Sämtliche Hosen schlagen einfach im Bund nach außen um, sobald ich mich setze - oder sitzen unter der Muffin-Speckrolle eng.
In Kleidern reiben sich dafür die Oberschenkel gegenseitig wund, weshalb ich ständig Radler-Hosen darunter trage und versuche, das peppig und sportlich frech zu finden.
Mein "hey, das sind 7 Kilo weniger als Weihnachten"-Mantra hilft dabei ungemein ;-)

Ach ja - noch etwas:
mein Essverhalten wird immer beiläufiger.
Derzeit brauche ich die Krücke der Eintönigkeit nicht mehr.
Das heißt, ich muss mir nicht dauernd Brokkoli mit Fisch oder Reis kochen und muss auch abends nicht mehr irgendwelche dünnen Suppen zubereiten um nicht von plötzlichem Heißhunger getrieben den kompletten Kühlschrank zu leeren.
Ich greife bei Tisch erstens nicht mehr so oft zu und zweitens halte ich mich ganz automatisch an das Gemüse und nehme nur wenig Fleisch oder Sauce.
Meine Portionen gleichen sich denen anderer an.
Ich muss nicht mehr 500 Gramm gedünsteten Brokkoli futtern um meinen Magen so voll zu laden, dass ich nicht kurz darauf gierig an noch gefrorenen Fischstäbchen herumnuckle ...
(das war ein Gag - ich habe es nie getan ... aber durchaus mal in Erwägung gezogen ...)

Was noch besser ist:
ich habe keine Angst mehr vor Lasagne, Gyros oder Fritten.
Ich genieße fette Lebensmittel - fühle durchaus wahre Wonnen dabei - und habe das Gefühl, dass mich dieser Genuss vom Schlingen abhält.
So habe ich zuletzt 5 Fritten mit Majo genossen und mich dann wieder meinem Salat zugewandt, was meinen Sohn, von dessen Teller ich die Fritten genascht hatte, schwer beruhigt hat.
Ich habe mich aber nicht zusammengerissen, sondern 5 fette Fritten waren einfach genug.
Ein geiles Erlebnis, Essen zu genießen und weder direkt dabei oder später Reue zu empfinden, sondern einfach nur gegessen/genossen zu haben.

Natürlich würde ich gerne so rasend abnehmen, wie es beim Biggest Loser gezeigt wird.
Natürlich wäre ich gerne lieber heute als übermorgen oder wohl eher nächstes Jahr schlank, aber andererseits wähne ich mich auf einem Schneckentempo-Kurs zur Taille, den ich jahrelang halten kann, da er zu mir und meinem Leben passt.
Selbst wenn ich jeden Monat nur ein Kilo abnehmen sollte, bin ich doch jedes Jahresende 12 kg leichter als im Jahr zuvor.
30 kg in 3 Jahren klingt nicht berauschend - aber die Vorstellung, Weihnachten 2012 70 kg zu wiegen, lässt mich durchaus lächeln.
(ok, prompt lässt mich der Gedanke an Weihnachten 2014 strahlen ...)

Sonntag, 4. April 2010

95,3 kg - der Tag an dem ich die Wii angelogen habe ...

Vorhin habe ich die Wii angelogen und behauptet, ich hätte 2 kg Kleidung am Leib.
Hatte ich nicht.
Aber die Kinder im Nacken ...
Meine nicht mehr moppelige Tochter fühlt sich zu meiner Diätberaterin berufen und bringt mich entsprechend auf Trab. Wenn es mit meinem Gewicht bergab geht, freut sie sich mit mir und wenn ich zunehme, sieht sie darin ihren Fehler.
Eine bedenkliche Entwicklung, die ich dringend im Blick behalten muss - und heute schon einmal im Blick behielt.
Genau, ich bin nicht kindisch, sondern eine ganz hervorragend besorgte Mutter!
Gestern jedenfalls haben die Kinder gekocht und die Mutter geschlemmt.
Dazu kommt, dass die Mutter gestern alle Viere von sich gestreckt überhaupt keine Lust auf Sport hatte und auch keinen machte.
Und als die Kinder im Bett waren, mischte ich Cola mit Vodka und hmmmmmm
Heute Morgen war mir klar, was die kleine Piepsstimme der Wii mir erzählen würde. Und als meine Tochter "Warte, ich komme gleich!" rief, stand ich gerade vor der Wahl, wieviel meine Kleidung wiegt.
Und log.
Weshalb die Wii mir einen 100 Gramm Gewichtsverlust attestierte.
900 Gramm Plus also eigentlich ... aber meine Tochter begeisterte sich für die 100 Gramm Minus trotz des üppigen Essens gestern.
Ich habe dem armen Kind soviele Bücher zum Thema "gesunde Ernährung und Bewegung" besorgt, als sie sich kreuzunglücklich in adipösen Regionen aufhielt, dass sie ein ganz enormes Wissen aufbauen konnte, das sie hoffentlich für immer immun gegen vollkommen idiotische Hungerkuren macht. Was mir gelegentlich dabei auffällt:
Dank des profunden Wissens kann sie alles erklären!
Vermutlich gäbe es sogar eine plausible Erklärung für eine Gewichtszunahme nach einer 4tägigen Hungerskur. Stoffwechsel, Zyklus, Wassereinlagerungen, Schwerkraft oder eine anderswo aufgepustete Voodoo-Puppe.
Mich bekümmert die Zunahme wenig.
Tage wie gestern werde ich regelmässig haben, sie mir regelmässig gönnen und sie nicht als "nun ist alles egal"-Startschuss zum nächsten Fressanfall sehen.
Tage wie gestern waren irgendwann einmal Kalorien-Alltag, wurden von mir aber nicht halb so genossen wie gestern.
So und jetzt gehe ich auf den Crosstrainer.

Samstag, 3. April 2010

Susanne Fröhlichs "Und ewig grüßt das moppelich" -3-

Das ist leider kein inspirierendes, lebensfrohes oder motivierendes Buch.
Frau Fröhlich erinnert stark an ein unglückliches Kind, das nicht mitspielen darf und seine verletzten Gefühle hinter bösen Worten über die garstigen Kinder versteckt, die es soeben ausgegrenzt haben.
Sie klingt nicht, als hätte sie eine lebensbejahende Entscheidung zugunsten ihrer Pfunde getroffen, sondern eher wie ich im Winter, als meine Töchter im tiefsten Schnee in Ballerinas und Converse Schuhen den Schulweg antreten wollten und ich mich ihnen mit warmen Schuhen in den Weg warf.
Meine Argumente waren gut und richtig, aber nach 2 Tagen musste ich feststellen, dass das Weibsvolk die dünnen Schühchen in ihren Schultaschen an mir vorbeischmuggelten und an der Bushaltestelle aus den klobigen Schuhen schlüpften, die sie dann in einer Tüte an der Bushaltestelle ließen - dort hat sie übrigens auch niemand* geklaut, denn klobige Schuhe sind einfach nicht "in", egal wie vernünftig sie auch sein mögen.

*Niemand außer Mami natürlich, die das Weibsvolk dann mit der Tüte in der Hand daheim begrüßte.

Nein, Frau Fröhlich schwärmt nicht von Pfunden, den Sinnesfreuden üppiger, weicher Körper oder den Gaumenfreuden des Essens.
Stattdessen ätzt sie gegen Dünne und das in einer Form, die ich selbst nicht nachfühlen kann.

Ich fasse es nicht, dass eine gestandene Frau ihres Alters sich vom eigenen Sohn als Abfalleimer missbrauchen lässt und brav auch noch das zweite pappige Flugzeugbrötchen verschlingt, weil Sohnemann es nun einmal nicht essen mag.
Und das ist die gesunde, vernünftige Alternative zum Dünnsein?

Sie beschwert sich bitterlich über alle anzüglichen Bemerkungen über Dicke und selbst bringt sie Formulierungen über Dünne und Alte, dass ich des öfteren unbehaglich zusammengezuckt bin.
... mit ihrer Langlebigkeit können es Fettzellen mühelos mit Jopie Heesters aufnehmen. Selbst wenn man sie etwa durch das Fettabsaugen versucht zu eliminieren, tauchen die fiesen kleinen Biester eben einfach an anderen Stellen wieder auf ...
Sie selbst, die sie ein Buch namens "Moppelich" auf den Markt bringt und damit dann in wirklich jeder Sendung auftritt, die sie einlädt, "wundert" sich, dass eine Venus-Skulptur scherzhaft "Frau Fröhlich" genannt wird und findet aber gar nichts dabei, Jopie Heesters mit fiesen kleinen Biestern zu vergleichen, die man nicht eliminieren kann?
Autsch!
Evtl. vergisst sie dabei, dass sehr viel mehr Menschen von ihrem Buch gehört haben, als es gelesen wurde und sie damit schlicht und ergreifend mit dem Begriff "Moppelich" gleichgesetzt wurde. Hera Lind war da geschickter, indem sie "das Superweib" auf den Markt brachte und auch lange selbst als "Superweib" gehandelt wurde.

Der Fehler an dem Buch fiel mir am Beispiel von Crystal Renn auf, die in ihrem Buch "Hungry" ihre Laufbahn als Model schildert. Frau Fröhlich greift all das Negative auf, das Crystal Renn umdenken ließ, denn mittlerweile ist sie Übergrößenmodel.
Mich würde interessieren, wie es ihr als Übergrößenmodel geht. Ist sie jetzt glücklicher? Es wäre toll, wenn Frau Fröhlich in ihrem Buch die Vorzüge des Lebens als Übergrößenmodel gegenüber der eines normalen Models schildern könnte.
Diese Chance verpasst sie aber.
Mir ist eh nicht klar, weshalb sie soviele Seiten den ganz Dünnen widmet.
Über einige Seiten ziehen sich die vollkommen absurden Ernährungs-Paragraphen der "Anas", die Magersucht schön finden.
Welcher Moppel strebt denn diese Regionen an?
Will Frau Fröhlich uns klarmachen, dass sie nur deshalb alles aufisst, was andere nicht wollen, weil die Alternative die Magersucht ist?
Das ist mir alles zu krass, zu feindselig und streckenweise auch zu dumm.

Im Auftrag ihrer ewigen Schenkelklopfer-Vergleiche, haut sie auch gerne mal komplett daneben:
Bei den oberen Zehntausend erkennt man nämlich schon an der Kleidergröße, wer dazugehört und wer nicht. Und wenn dort - zumindest beim weiblichen Teil - oft mehr kalorische Kargheit herrscht als in einem Hartz-IV-Haushalt, dann ist das eine Art Vereinsabzeichen, das sagt: Ich gehöre hierher.

Hä?
In den Hartz-IV-Haushalten herrscht kalorische Kargheit und deshalb erkennt man die Reichen am Dünnsein?
Susanne, Susanne, kennst Du schon den Blubb?
Das war einer!

Das Gegenteil ist nämlich der Fall:
Fett ist ein preiswerter Geschmacksträger und je billiger man Schmackhaftes zubereiten möchte, desto mehr Fett gehört rein.

Nein, sorry, aber das ist leider ein Buch geworden, das man getrost NICHT lesen braucht, denn als Rollenvorbild für selbstbewusste Moppel taugt niemand, der so gegen Dünne austeilt, statt ein üppig genießendes Lebensgefühl zu transportieren.

Dazu kommt, die übelsten Dicken-Tratschereien, die mir seit langem begegnet sind, finden sich allesamt in ihrem Buch.
Man erfährt, dass Ophra wieder zugenommen hat, wieviel die Frau von Pierce Brosnan wiegt, wie über diesen und jenen Star hergezogen wurde, als sie zunahm und Kirstie Alley, die gerade eine Fortsetzung zu ihrer Sitcom "Fat Actress" herausbringt, macht sie auch zum Opfer.

Kirstie Alley ist 59 Jahre alt, dick und gut in einem Geschäft, das eigentlich den Dünnen und Jungen vorbehalten ist. Sie ist ein Star!
Meine Güte, Frau Fröhlich!
Statt akribisch irgendwelche Beleidigungen zu sammeln, die dümmliche Journalisten über dieses Prachtweib zusammenstammeln, hätten Sie doch mal schildern können, wieviel Geld und Ruhm Frau Alley mit ihrem Gewichtsjojo verdient und mit wieviel Humor sie sich selbst persifliert.
Das ist eine verdammt clevere, toughe Frau, die ihre Doku-Soaps schon hinreichend zu nutzen weiß um sich an den Journalisten zu rächen, die ihr übel mitspielen.
Die Betonung liegt auf Soap - John Travolta ist nicht wirklich ihr Nachbar und seine Frau nicht wirklich ihre Diätberaterin. Die Übergänge zur Realität sind fließend, aber vorhanden.
Hätte Frau Fröhlich die Chance ergriffen, etwas von den starken Dicken zu lernen, wäre vielleicht ein lustiges "Moppelich reloaded" entstanden, in dem sie ihre Kilos erneut abnimmt oder eben eine lebensfrohe Entscheidung zum moppelig Bleiben trifft.

Aber so ist nur ein resigniertes Versagen und Gejammer an einer zu hoch gesteckten Hürde zum bewunderten Promi-Sein daraus geworden. Zurück bleibt bei mir nur der Eindruck einer Frau, die darauf besteht unheimlich sportlich zu sein, aber dauernd stolpert und sich übel verletzt.
Die meint den Genuss hochzuhalten und sich selbst von der Familie als Abfalleimer missbrauchen lässt.
Die meint, einen starken Charakter zu haben, sich aber von Thomas Gottschalk gleich zweimal öffentlich wiegen zu lassen, statt es sich zu verbitten.
"Auch wenn das ein Mann ist", darf man solche unverschämten Ideen ablehnen!
Man darf ja froh sein, dass Herr Gottschalk sie nicht gebeten hat, splitterfasernackt "I will survive" zu singen ...

Ach nö, da klappe ich das Buch lieber auf Seite 139 zu - da bin ich nun zufällig - bevor es mich ganz runterreißt.
Für mich ist sie das perfekte Beispiel einer Frustfresserin und ich fühle mich eher animiert, den Ana-Paragraphen (Seite 115 - 120!!) zu folgen, als wie sie sein zu wollen.

Freitag, 2. April 2010

Susanne Fröhlichs "Und ewig grüßt das moppelich" -2-

Oje ...
Sie prangert freche Bemerkungen über Dicke an und auf Seite 80 findet sie es aber vollkommen legitim, 2 Dünnen, die sich ein Sandwich teilen und beide ihre kleinen Hälften nicht aufessen, folgendes vorzuschlagen:
"Lasst euch doch den Rest fürs Wochenende einpacken!"
Niemand lacht. Ich glaube, sie haben wirklich darüber nachgedacht!


Ne, ich fürchte sie fanden die Bemerkung beleidigend und Dünne folgen dem Spruch Erich Kästners eher mal, der da lautet:
Nie soll man so tief sinken,
den Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken.


Etwas, woran ich auch arbeiten muss.
Wie sollen Leute mitbekommen, dass es mich verletzt, wenn sie Scherze machen, wenn ich immer diejenige bin, die am lautesten lacht?
Der Mann einer Freundin zB hat sich am Strand sehr betont in alle Richtungen umgeschaut und meinte dann, ich könne mich beruhigt hinlegen, es sei keiner von Greenpeace in Sicht!
Ihr wisst schon, der Super-Gag, dass man mit einem Wal verwechselt und daher von den Tierschützern ins Meer gezerrt wird, wenn man an einem Strand liegt.
Ein echter Schenkelklopfer!
Was habe ich gelacht um nur nicht als Spaßbremse dazustehen!
Meine Freundin hatte ihrem Mann erst einen Blick zugeworfen, der ganz klar missbilligend war, aber nachdem ich selbst ja signalisierte, dass ich so etwas saukomisch finde ... hat sie über den Scherz ihres Sohnes später am Tag dann nur noch milde gelächelt:

Nachmittags bekam ich nämlich einen Kindereimer Wasser über den Rücken gegossen.
Da ich tief und selig in der Sonne schlief, hätte ich fast einen Herzinfarkt bekommen.
Stolz stand der 12jährige Sohn meiner Freundin da und kicherte
"oh sorry, verwechselt! Ich hielt dich für einen Wal!"
Die Kinder haben soooo gelacht und ich natürlich auch.
Mit gespielter Wut packte ich mir den Jungen und bin froh, dass er so voller Sonnenöl war, dass er sich aus meinen Armen wand, denn irgendeine der vielen Dünnen in mir wollte ihm zu gerne das Genick brechen oder zumindest sein vorlautes Maul mit Sand stopfen.

Unnötig zu erwähnen, dass ich nie mehr mit ans Meer gefahren bin, oder?

Statt einmal laut und deutlich zu sagen, dass mich solche Bemerkungen kränken, nehme ich mir lieber die Strandbesuche. Wenn ich schon fett bin, dann muss ich wenigstens Humor haben.
Der Ruf, jeden Spaß zu verstehen, statt Taille?

Schon bei der allerersten anzüglichen Bemerkung hätte ich vor Jahren so schweigen sollen, wie die beiden Dünnen, über die sich Frau Fröhlich da lustig machte.
Mir wäre evtl. viel erspart geblieben.

Mittlerweile kann ich es etwas besser und obwohl jedes einzelne "Bist du aber empfindlich geworden!" wehtut, weiß ich, dass es ein wichtiger Schritt zu mir selbst ist.