Sonntag, 16. September 2012

Schrittzähler: Pfundis neues Spielzeug - 101,8


Gestern brachte mir die Post einen brandneuen Schrittzähler.
Ich trage ihn seither um den Hals, da meine vorherigen Schrittzähler allesamt irgendwann ihr Leben in der Waschmaschine aushauchten.
*swusch*
Jedenfalls kann ich nun meine Einträge wie Bridget Jones beginnen ;-)
Wobei ich aber täglich berichten könnte, nicht geraucht zu haben, da ich Nichtraucher bin.

Also:

6119 Schritte
2,7 km
231 Kalorien
14,7 Gramm Fett verbraucht
Alkohol - alkoholfreier Sekt - viel ;-)
bedenklich - spät gegessen
Männer - keiner in Sicht
Süßes - ein Ferrero Küsschen

Da ich den Schrittzähler erst mittags trug, werde ich noch ein paar Schritte mehr gegangen sein.

Dass sich mein Gewicht überhaupt nicht bewegt hat, freut mich eher, denn den Abend verbrachte ich auf einer doofen Tupperparty bei einer ebenso doofen, aber leider wichtigen Nachbarin.
Frau Schreckschraub führt sich auf wie die Queen vom Dorf und hat ein treues Gefolge gelangweilter Hausfrauen. Wenn man es sich zu offensichtlich mit ihr verscherzt, hat man es nicht nur mit ihr zu tun, sondern plötzlich ein ganzes Rudel nicht grüßender Damen.
Eva (beste Freundin) hat den Weg der offenen Konfrontation gewählt, aber sie hat auch Zeit und Freude für Feindseligkeiten.
Ich nicht so, also wahre ich den Schein.
Was gar nicht so einfach ist.
Frau Schreckschraub ist irgendwo Mitte 30 und schlank.
Nicht spektakulär, aber für Dorf ist sie auf eine etwas bemühte Art "Dame".
Perlenkette und gelbblonder Pagenkopf.
Es wird noch sehr lästerlich, darum hole ich so weit aus ...
Frau Schreckschraubs Schwägerin ist unter die Tupperhändlerinnen gegangen und so wurden gestern die Nachbarinnen zusammengenötigt um Plastiktöpfe zu Fantasiepreisen zu kaufen.
Nebenbei gab es Kuchen.
Ich stelle mich immer gerne etwas taub/dämlich und Frau Schreckschraub macht gerne amüsante Bemerkungen über mein Gewicht, die ich allesamt nicht mitbekomme.
So lenkte sie mich von einem Stuhl zu einem Sessel - hihi - als wäre Angst um die Stuhlbeine angesagt - hihi - und später schnitt sie Kuchenstücke:
sie viertelte die Torte und halbierte diese Viertel dann noch einmal.
Zuletzt schnitt sie aber von einem der Viertel ein so dünnes Stück, dass man hätte durchschauen können, für sich selbst - dementsprechend groß war das andere Stück.
Und das bekam natürlich ich.
"Das ist doch das perfekte Stückchen Torte für unsere Pfundi!"
Honiglächeln
Kicher Kicher und betroffen Guck bei dem Rest der Damen.
Leider nahm mich eine Nachbarin gleich noch in Schutz.
"Also, ich finde unsere Pfundi hat ganz schön abgenommen!"
Ist zwar definitiv nicht wahr, aber ich nickte freundlich und Frau Schreckschraub erklärte leutselig "oh, das war nicht bös gemeint. Ich weiß doch nur, wie gerne unsere Pfundi Torte mag (mag sie nicht). Ich würde niemals spotten, denn wer weiß denn, wie ich in DEM Alter mal aussehe!?"
Nicht nur fett, sondern auch noch alt und wenn sie noch einmal "unsere Pfundi" sagen, muss ich leider einen Mord begehen!
Natürlich sagen sie gar nicht wirklich "unsere Pfundi", sondern sowas wie "unsere Waltraud" oder ganz anders und natürlich heißen sie nicht Schreckschraub, aber Ihr wisst schon ...
Ich lachte toll amüsiert und machte Anstalten auf die Toilette zu gehen.
Das Gäste-WC war allerdings besetzt.
Dort soff vermutlich Frau Schreckschraubs Schwägerin ihren Flachmann leer, denn sie ist furchtbar schüchtern und ein weiteres dämlich tuendes Lieblingsopfer von Frau Schreckschraubs spitzer Zunge.
Jedenfalls durfte ich ins Badezimmer der Familie gehen.
"Liebes, bitte denk an das Duftspray, wenn du fertig bist!"
Auf der Toilette schickte ich Eva eine SMS, wie unerträglich die Dame mal wieder war und dann stutzte ich.
Das Badezimmer ... irgendwas kam mir bekannt vor.
Und dann hat mich nur mein Riesenhintern davor bewahrt, vor Lachen in der Schüssel zu verschwinden:
mir ging auf, woher mir das Bad bekannt vorkam.
Ich machte ein paar Handyfotos, schickte Eva eine SMS, dass sie später unbedingt noch zu mir kommen müsste, verteilte üppig Chanel No. 5 als Raumduft im ganzen Bad und ließ den Rest der Tupperparty über mich ergehen.
Natürlich bestellte ich brav irgendeinen Plastikpott, den ich dann als Weihnachtsgeschenk weiterreichen werde.

Und dann konnte ich daheim endlich den Computer anwerfen und den alkoholfreien Sekt entkorken:
ich hatte Recht gehabt mit dem Badezimmer!
Auf mein Erotik-Foto hin, hatten auf dieser Seitensprungplattform einige Männer schmeichelhafte Kommentare gemacht.
Einer von ihnen war Romeo70, der ein paar kopflose Nacktbilder von sich in sein Profil geladen hat. Im Hintergrund das Schreckschraubsche Badezimmer ...

Oh, herrlich, was haben wir (Eva war da) gelacht.
Romeo wird nie darauf kommen, wessen Hintern er da angeschwärmt hat,
denn so wie er behauptet, getrennt zu leben, gebe ich als Familienstand "verheiratet" an und lüge nicht nur beim Alter, sondern auch der Postleitzahl.

Hach ... künftig werde ich Herrn Schreckschraub mit ganz anderen Augen sehen ...

1 Kommentar:

Johanna Lux hat gesagt…

Hahahaha! :D das ist der Traum, fast zu gut um wahr zu sein. xD